Niemand kannte seinen Namen. Niemand wusste, woher er kam. Jeden Morgen trug er denselben braunen Mantel, ging mit denselben langsamen Schritten und verschwand dann durch dieselbe Tür – Tür 12. Sie arbeitete in einem kleinen Café gegenüber, seit sie ihr Architekturstudium abgebrochen hatte, als ihre Mutter krank wurde und die Rechnungen sich schneller stapelten, als man träumen konnte.

Sie wischte immer dieselbe Theke, ordnete dieselben Süßigkeiten, nur um ihn zu sehen. Eine Art Verbindung, die sie nicht benennen konnte, aber die mit jedem Morgen wuchs. Er sah nie zurück. Er änderte nie sein Tempo.
Er verpasste nie den Moment. Doch eines Morgens, kurz bevor er Tür 12 betrat, hielt er inne. Als wüsste er, dass er beobachtet wurde. Als wollte er es.
Warum schien nur sie ihn zu bemerken?