HISTORIC DEATH PENALTY SHOCKER: Wanda Jean Allen Becomes First Woman Executed in Oklahoma

Wanda Jean Allen ist tot. Die 41-jährige Frau aus Oklahoma City wurde am frühen Donnerstagmorgen per Giftspritze hingerichtet – zwölf Jahre nachdem sie ihre Lebensgefährtin Gloria Jean Leathers auf den Stufen einer Polizeistation erschossen hatte. Es war die erste Hinrichtung einer Frau in der Geschichte Oklahomas und die erste Exekution einer schwarzen Frau in den Vereinigten Staaten seit mehr als 50 Jahren.

Um 9:21 Uhr wurde Allen für tot erklärt, umringt von 24 Angehörigen der Opfer, die schweigend hinter der Glasscheibe des Hinrichtungsraums standen.

Allen, die 12 Jahre im Todestrakt verbracht hatte, zeigte sich in ihren letzten Augenblicken bemerkenswert ruhig. Sie verlangte keine besondere letzte Mahlzeit, nur eine einfache Tüte Kartoffelchips. Auf der Liege trug sie ein graues Häftlingshemd, eine weiße Decke lag bis zur Brust.

Ihr Seelsorger las aus der Bibel, während Allen mit offenen Augen dalag. Auf die Frage nach ihren letzten Worten zitierte sie Jesus Christus am Kreuz: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.” Dann lächelte sie ihrem Anwalt zu und streckte ihm spielerisch die Zunge heraus – trotzig bis zum Schluss.

Doch wie konnte eine Frau, die als geistig beeinträchtigt getestet worden war, in den Todestrakt von Oklahoma gelangen und dort hingerichtet werden? Die Antwort liegt in einer Geschichte voller Gewalt, tiefgreifender Versäumnisse des Justizsystems und einer Verteidigung, die von Anfang an zum Scheitern verurteilt schien. Der Fall, der Allen in den Todestrakt brachte, begann im Winter 1988, als eine Beziehung endgültig an ihrem Bruchpunkt ankam.

Wanda Jean Allen und Gloria Jean Leathers hatten sich hinter Gefängnismauern kennengelernt. Beide Frauen hatten ein aufbrausendes Temperament und eine gewalttätige Vergangenheit. Gloria saß im Gefängnis, weil sie eine Frau erstochen hatte, und war mehrfach wegen Körperverletzung verhaftet worden.

Nach ihrer Entlassung versuchten die beiden, gemeinsam ein neues Leben aufzubauen. Doch was als Freundschaft begann, verwandelte sich schnell in etwas Dunkleres. Als sie schließlich unter einem Dach lebten, war ihre Beziehung längst von Gewalt geprägt.

An einem kalten Donnerstagnachmittag war Gloria am Ende. Sie wollte raus – diesmal für immer. Der Bruch begann in einem Lebensmittelgeschäft.

Die zwei Frauen waren gemeinsam hineingegangen, doch die Spannung war bereits greifbar. Gloria hatte ihren Sozialhilfescheck abgeholt, und Wanda Jean wollte das Geld, forderte es sogar. Ihre lauten Stimmen wurden zu Schreien, bis schließlich jemand die Polizei rief.

Als die Beamten eintrafen, hörte Gloria auf, so zu tun, als wäre alles in Ordnung. Sie bat einen Polizisten, sie nach Hause zu begleiten, damit sie ihre Sachen packen und ausziehen konnte. Sie sagte, sie gehe zurück zu ihrer Mutter.

Sie war fertig mit dem Streit und fertig mit Wanda Jean.

Zurück im Haus blieb zunächst alles ruhig, zumindest oberflächlich. Der Polizist wartete, während Gloria ihre Sachen zusammensuchte und kurz ihre Mutter anrief, um sie um eine Mitfahrgelegenheit zu bitten. Sie ignorierte die Blicke, die Wanda Jean ihr über den Raum hinweg zuwarf.

Wanda stand einfach da und murmelte schließlich leise: „Wenn ich dich nicht haben kann, soll dich niemand haben.” Gloria reagierte nicht. Wenige Minuten später fuhr ihre Mutter vor, gemeinsam luden sie die letzten Taschen ins Auto.

Es schien, als wäre Gloria endlich frei.

Doch bevor sie nach Hause fuhr, traf Gloria eine letzte Entscheidung. Sie wollte nicht einfach gehen – sie wollte Anzeige erstatten. Also drehten sie um und fuhren direkt zur Polizeistation.

Was sie nicht wusste: Wanda Jean war ihnen gefolgt. Sie war in ihr eigenes Auto gestiegen, still, berechnend, immer in Sichtweite, aber nie zu nah. Als Gloria an der Wache ankam, öffnete sie die Tür und stieg aus.

Sie ging auf den Eingang zu, kam aber nur wenige Schritte weit. Wanda Jean parkte, stieg aus, hob eine Waffe und drückte ab. Ein Schuss, direkt in Glorias Bauch.

Gloria brach sofort auf dem Beton zusammen. Im Gebäude hörten zwei Polizisten den Knall und rannten nach draußen. Was sie fanden, war Chaos: Gloria lag blutend auf dem Boden, ihre Mutter schrie um Hilfe, und Wanda Jean saß bereits wieder in ihrem Auto und fuhr davon – die Waffe noch in der Hand.

Doch Gloria lebte noch, kaum, aber sie atmete. Sie konnte sagen, wer auf sie geschossen hatte. Ihre Mutter ergänzte die restlichen Details.

Alles war mitten am Tag passiert, direkt auf den Stufen der Polizeistation.

Vier Tage lang schwebte Gloria zwischen Leben und Tod. Die Ärzte taten alles, was sie konnten, doch die inneren Verletzungen waren zu schwer, der Schaden in ihrem Bauchraum zu groß. In dieser Zeit war Wanda Jean verschwunden.

Vier Tage lang konnte sie niemand finden. Schließlich ging ein anonymer Hinweis bei der Polizei ein: Wanda Jean versteckte sich rund 70 Meilen von Oklahoma City entfernt. Die Beamten reagierten sofort.

Als sie sie festnahmen, fanden sie in der Nähe einen 38-Kaliber-Revolver – dieselbe Waffe, die Glorias Leben in einem einzigen Sekundenbruchteil zerstört hatte.

Zunächst wurde Wanda Jean wegen versuchten Mordes angeklagt. Doch das hielt nicht lange. Nur zwei Stunden nach ihrer Festnahme starb Gloria Jean Leathers.

Aus der Schießerei wurde ein Mordfall – und die Geschichte dahinter war weit komplizierter, als sie zunächst aussah. Als Ermittler begannen, Wanda Jeans Vergangenheit Stück für Stück zu rekonstruieren, stießen sie auf eine Kindheit, die von Vernachlässigung und Gewalt geprägt war.

Wanda Jean war das zweite von acht Kindern, aufgewachsen in einem überfüllten Sozialbau in Oklahoma City. Ihre Mutter trank während jeder Schwangerschaft und behielt nie lange eine Arbeit. Der Vater verließ die Familie kurz nach der Geburt des jüngsten Kindes.

Die Familie lebte von Sozialhilfe, kaum genug, um die Lichter brennen zu lassen. Meistens war es Wanda Jean, die dafür sorgte, dass ihre Geschwister etwas zu essen hatten. Wenn das Essen knapp wurde, stahl sie Bargeld und Lebensmittel.

Es dauerte nicht lange, bis die Polizei ihren Namen kannte.

Mit zwölf Jahren wurde Wanda Jean von einem Lastwagen angefahren und verlor das Bewusstsein. Mit 14 wurde sie in den Kopf gestochen. Niemand untersuchte, welche bleibenden Schäden diese Verletzungen hinterließen.

Danach war sie nie wieder dieselbe: Sie konnte nicht mehr so denken oder lernen wie andere Kinder. Die Schule war für sie nur noch ein Nebel, und bevor sie das letzte Schuljahr erreichte, brach sie ab. Ein Psychologe sah sie mit 15 Jahren und stellte deutliche Anzeichen einer geistigen Beeinträchtigung fest – ihr IQ lag bei etwa 69.

Er empfahl dringend eine neurologische Untersuchung, doch die fand nie statt. Wanda Jean fiel durchs Raster.

Nach dem Schulabbruch kam die Kriminalität. Sie stahl, wurde mehrfach verhaftet. Ihr erstes Todesopfer war Dedra Pettus, eine Frau, mit der sie aufgewachsen war, zusammengewohnt hatte und zeitweise mehr als nur befreundet gewesen war.

Im Sommer 1981, am 29. Juni, behauptete Wanda Jean, in Notwehr gehandelt zu haben – Dedras Freund habe eine Waffe gezogen, also habe sie zurückgeschossen. Doch die Autopsie erzählte eine andere Geschichte: Dedra hatte Blutergüsse im Gesicht, und Schmauchspuren auf ihrer Haut zeigten, dass der Schuss aus nächster Nähe abgegeben worden war.

Zu nah für Zufall. Ermittler vermuteten, dass Dedra mit der Waffe geschlagen und anschließend erschossen worden war – kein Querschläger, sondern eine gezielte Tat.

Trotzdem bot die Staatsanwaltschaft Wanda Jean einen Deal an. Sie solle sich schuldig bekennen, dann würde sie wegen Totschlags zu vier Jahren verurteilt. Wanda Jean nahm an und war nach weniger als zwei Jahren wieder auf freiem Fuß.

Im Gefängnis hatte sie Gloria kennengelernt, doch nach ihrer Entlassung 1982 verloren sie sich aus den Augen. 1986, als Gloria selbst freikam, fanden sie wieder zueinander und wurden ein Paar. 1988 zogen sie zusammen – doch die Nähe brachte keine Ruhe, sie brachte Reibung.

Die Polizei wurde immer wieder gerufen wegen Streit, Bedrohung, manchmal wegen Schlägereien.

Nach der tödlichen Schießerei von 1988 kam Wanda Jean in Untersuchungshaft. Ihr Pflichtverteidiger hatte noch nie einen Todesstrafenfall übernommen – kein einziges Mal. Als er erfuhr, dass die Staatsanwaltschaft die Todesstrafe fordern wollte, bat er den Richter um Hilfe: um einen zweiten Anwalt, um einen erfahrenen Verteidiger, um irgendwen mit Fachwissen.

Der Richter lehnte ab. Nicht nur das: Er untersagte ihm sogar, sich aus dem Fall zurückzuziehen. Keine Hilfe, keine Experten, keine Mittel.

Für die Vorbereitung der Verteidigung standen gerade einmal 800 Dollar zur Verfügung.

Wanda Jean ging nicht unbelastet in diesen Prozess. Sie stand noch unter Bewährung wegen des Tötungsdelikts an Dedra Pettus – und genau das wog schwer gegen sie. Auf dem Papier war sie keine verängstigte Frau, die im Affekt handelte, sondern eine Wiederholungstäterin mit gewalttätiger Vergangenheit.

Wäre es ihre erste Verhaftung gewesen, hätte Dedras Tod sie nicht in diesen Gerichtssaal verfolgt. Doch Dedra war tot, und jetzt war auch Gloria tot. Für die Geschworenen war Wanda Jean keine Frau, die ums Überleben kämpfte – sie sahen eine Frau, die bereits eine zweite Chance bekommen und sie verschwendet hatte.

Wanda Jean erklärte vor Gericht, sie habe in Notwehr gehandelt. Gloria sei mit einer Harke auf sie losgegangen, genau wie an jenem Nachmittag zuvor. Doch die Polizei fand keine Harke.

Und Glorias Mutter, die die Schüsse aus nächster Nähe gesehen hatte, sagte, es habe sich überhaupt nicht so abgespielt. Die Geschworenen glaubten Wanda Jean nicht. Am 27.

April 1989 befand die Jury sie des Mordes ersten Grades für schuldig. Das Urteil: die Todesstrafe.

Jahre später brachte ihr Verteidigungsteam bei der Begnadigungsanhörung etwas Neues vor: ein altes Testergebnis, ein IQ-Test aus den 1970er Jahren. Das Ergebnis: 69 – niedrig genug, um als geistig beeinträchtigt zu gelten. Genau diese Zahl hätte alles verändern können.

Doch es gab ein Problem. Beim Prozess hatte Wanda Jean gelogen. Sie behauptete, sie habe die Highschool abgeschlossen und ein Zertifikat als medizinische Assistentin erworben.

Beides war falsch. Die Staatsanwaltschaft nutzte diese Lügen gnadenlos gegen sie: Wanda Jean sei nicht geistig behindert, sondern manipulativ. Selbst ihr eigener Anwalt wusste nichts von den Testergebnissen – ihm fehlten die Mittel, um ihre Vergangenheit gründlich zu prüfen.

Und Wanda Jean begriff wohl nie, wie sehr ihr diese Lügen schaden würden.

Am Ende spielte es keine Rolle mehr. Alle Berufungen waren erschöpft. Wanda Jean verbrachte ihre letzten Monate im Todestrakt auf der Suche nach Zuflucht im Glauben – sie wurde wiedergeborene Christin.

Laut ihrem Seelsorger suchte sie nicht nur Vergebung für sich selbst, sondern auch eine Verbindung zu einer Welt, die sie längst aufgegeben hatte. Am 11. Januar 2001 wurde ihre Hinrichtung in Oklahoma vollstreckt.

Unter den 24 Angehörigen der Opfer, die hinter der Glasscheibe standen, war auch Latoja, Glorias Tochter. Sie sagte später: „Wanda Jeans Tod bringt meine Mutter nicht zurück, aber er bringt etwas. Abschluss.”

Die Frage, die nach dieser Hinrichtung offen bleibt, ist eine der grundlegendsten der amerikanischen Justizgeschichte: War hier Gerechtigkeit erreicht – oder wurde eine geistig beeinträchtigte Frau hingerichtet, weil ein überfordertes System sie im Stich ließ? Die Hinrichtung von Wanda Jean Allen, der ersten schwarzen Frau, die in den USA seit über 50 Jahren exekutiert wurde, wird in die Geschichte eingehen – als ein Fall, der unbeantwortete Fragen hinterlässt.