Sein Name war Simon, und er war nicht länger der Mann, der er einmal gewesen war. Seit Jahren hatte er als Geheimagent für Organisationen gearbeitet, von denen die meisten Menschen nie erfahren würden. Er hatte Verräter eliminiert, Kartelle zerschlagen und in Ländern operiert, deren Namen die Nachrichten nicht erwähnten. Doch als er eines Abends den Anruf von seiner Tochter Hannah erhielt, brach etwas in ihm.

Ihre Stimme zitterte, als sie ihm erzählte, dass sie auf dem College von einem Kommilitonen verfolgt wurde, einem Mann namens Mark Vargas. Mark war der Sohn eines der mächtigsten Drogenbosse in Colorado, und er hatte Hannah gedroht, sie zu entführen, wenn sie nicht täte, was er sagte. Simon hatte seine Tochter nie oft gesehen, nachdem seine Ex-Frau mit ihr nach Kalifornien gezogen war, aber sie war sein einziges Kind, und er würde sie nicht im Stich lassen. Hannah hatte ihm erzählt, dass Mark sie tagelang verfolgt hatte, dass er sie zu einer Party bestellt hatte und dass seine Freunde sie umzingelt hatten, als sie gehen wollte.
Mark hatte ihr ins Gesicht geflüstert, dass ihr Vater bald in einer Kiste nach Hause geliefert würde, und dass sie dann lernen würde, ihren Platz einzunehmen. Simon wusste, dass die Vargas-Organisation keine leeren Drohungen aussprach. Mark Vargas war der Sohn von Arturo Vargas, dem skrupellosesten Verbrecherchef des gesamten Bundesstaates. Simon hatte in seiner Karriere viele Verbrecher ausgeschaltet, aber keiner war so mächtig und so grausam gewesen wie dieser.
Er wusste, dass er nicht zur Polizei gehen konnte. Die Vargas hatten überall Verbindungen, auch in den höchsten Kreisen der Strafverfolgung. Er musste die Sache selbst regeln. Simon rief seine Tochter zurück und sagte ihr, dass sie zu ihrer Tante Virginia nach Phoenix fliegen sollte, bis alles vorbei sei.
Er konnte nicht zulassen, dass sie in der Nähe des Gefechts blieb. Dann begann er, Informationen über die Vargas-Organisation zu sammeln. Er hatte Kontakte, die ihm halfen, an Baupläne des Anwesens der Vargas zu kommen, an Details über versteckte Räume und Fluchttunnel. Seine Quellen sagten ihm, dass die Organisation über ein geheimes Lagerhaus verfügte, in dem sie ihre Waffen und Drogen lagerten, und dass Mark oft dort verkehrte.
Simon beschloss, zuerst das Lagerhaus zu zerstören, um die Vargas zu schwächen und Mark aus der Deckung zu locken. Die Nacht, in der er zuschlug, war kalt und windig. Simon parkte seinen Wagen zwei Straßen vom Lagerhaus entfernt und bewegte sich vorsichtig durch die dunklen Gassen. Er trug schwarze Kampfkleidung und eine Ausrüstung, die ihm von früheren Einsätzen vertraut war.
Als er sich dem Gebäude näherte, sah er zwei Wachen am Haupttor, die gelangweilt in der Kälte standen. Ihre Kleidung war teuer, aber ihre Sicherheitsvorkehrungen waren schlampig. Simon bewegte sich lautlos, kam von hinten an den ersten Wächter heran, schlang ihm den Arm um den Hals, bis der Mann bewusstlos wurde, und fesselte ihn mit einem Kabelbinder. Der zweite Wächter bemerkte die Bewegung zu spät, als Simon ihn bereits in den Schatten gezogen hatte.
Er fesselte auch ihn und zog beide in einen Schrank. Dann betrat er das Lagerhaus durch einen Seiteneingang. Im Inneren roch es nach Benzin und Schweiß. Reihenweise standen Kisten mit Waffen und Drogen.
Simon platzierte kleine, präzise Sprengsätze an den tragenden Stützpfeilern des Gebäudes, dann zündete er eine kleine Rauchbombe, um Panik auszulösen. Die Explosionen folgten in rascher Folge. Das gesamte Lagerhaus ging in Flammen auf, Dutzende von Männern flohen in alle Richtungen. Simon wartete in der Dunkelheit und beobachtete, wie einige von ihnen versuchten, die Wertsachen zu retten.
Unter ihnen erkannte er Mark Vargas, der von einem großen Leibwächter geschützt wurde. Mark schrie Befehle, versuchte seine Männer zu organisieren, aber Simon hatte bereits die besten Schützen ausgeschaltet. Als Mark in seinen Wagen stieg, rief Simon ihn an. „Mark“, sagte Simon in ruhigem Ton.
„Ich hoffe, du verstehst, was gerade passiert ist. Das war dein Lagerhaus. Und wenn du dich noch einmal meiner Tochter näherst, werde ich dich als Nächstes in einem Leichensack sehen. “ Es folgte Stille, und dann hörte Simon Marks Stimme, die vor Wut zitterte.
„Sie werden sterben, alter Mann. Mein Vater wird Sie finden, und er wird Sie so langsam töten, wie es nur geht. “ Simon lächelte, obwohl Mark es nicht sehen konnte. „Dann sag deinem Vater, dass er mich finden muss, bevor ich euch alle finde.
“
Am nächsten Morgen klingelte Simons Telefon. Auf dem Display stand eine anonyme Nummer. Als er abnahm, hörte er eine vertraute, kühle Stimme: Harold, einer seiner alten Kontakte vom Geheimdienst. „Simon, ich habe Nachrichten über die Vargas.
Arturo ist außer sich. Er hat eine Belohnung auf deinen Kopf ausgesetzt, und er schickt seine besten Leute, um dich zu suchen. Ich rate dir, die Stadt zu verlassen. “ Simon wischte den Gedanken an Flucht beiseite.
„Ich habe vor, zu bleiben. “ Harold schien zu zögern. „Du weißt, dass sie nicht zögern werden, Unschuldige zu töten, wenn es sein muss. “ Simon sah aus dem Fenster seines Vorstadthauses.
„Dann werden sie lernen, dass ich nicht zögere, sie zu töten. “
Simon bereitete sein Haus vor, installierte versteckte Kameras im Garten und in der Nachbarschaft, die mit einem Überwachungssystem verbunden waren, das ihn bei jeder ungewöhnlichen Aktivität alarmierte. Er erweiterte seinen Waffenbestand im Keller um schwere Gewehre, Sprengstoff und Ausrüstung, die sein Zuhause in eine Festung verwandelte. Als der Abend näher rückte, kam eine weitere Textnachricht: „Bringen Sie sich selbst, oder wir holen Ihre Tochter.
“ Simon wusste, dass er nicht auf das Anwesen der Vargas gehen konnte, ohne in einen Hinterhalt zu geraten. Arturo hatte das ganze Areal mit Sicherheitskräften gespickt, Scharfschützen auf den Dächern und bewaffnete Teams in versteckten Stellungen. Aber Simon sah eine andere Möglichkeit, eine, die perfektes Timing und absolute Präzision erforderte. Er hatte vielleicht zehn Minuten, bevor die ersten Polizeistreifen eintrafen, gefolgt von SWAT-Teams und Bundesagenten, die das gesamte Gebiet abriegeln würden.
Simon beschloss, das Anwesen in der Nacht zu infiltrieren, indem er das unterirdische Tunnelsystem nutzte, das auf den Bauplänen eingezeichnet war. Er parkte seinen Wagen einen Kilometer entfernt und bewegte sich lautlos durch die Straßen. Am Rand des Anwesens sah er die Sicherheitsbeleuchtung, die das Gelände in ein grelles Licht tauchte. Doch Simon war ein Schatten, der sich zwischen den Lichtern bewegte.
Er fand den versteckten Tunneleingang, den die Baupläne beschrieben, und öffnete die Luke mit einem Dietrich. Im Inneren war es dunkel und feucht, der Gang führte direkt unter das Haupthaus. Simon hörte die gedämpften Geräusche von Schritten über sich und das entfernte Murmeln von Gesprächen. Er wartete, bis die Wachen ihre Runden beendet hatten, dann stieg er durch eine Luke im Keller.
Er befand sich in einem Korridor, der zu den Wohnräumen führte. Ein Wächter kam ihm entgegen, die Waffe im Anschlag. „Wer sind Sie? “, rief er, doch Simon hatte sich bereits in die Schatten geworfen und den Mann mit einem einzigen Schuss aus seiner schallgedämpften Pistole niedergestreckt.
Ein zweiter Wächter tauchte am Ende des Korridors auf, alarmiert durch den Lärm. Simon bewegte sich schneller als der Mann reagieren konnte, packte seine Waffe und brach ihm das Handgelenk, dann schlug er ihm den Kolben gegen den Kopf. Diese beiden waren nur die ersten. Simon bewegte sich durch die oberen Stockwerke, immer die Baupläne im Kopf, und schaltete jeden aus, der in seinen Weg kam.
Die Wachen, die er nicht körperlich ausschalten konnte, fesselte er und zog sie beiseite. Er ließ keine Spuren von unnötiger Gewalt, aber er ließ keine Zeugen übrig, die sofort Alarm schlagen konnten. Im Büro von Arturo Vargas angekommen, fand er den alten Mann, wie er in einem Ledersessel saß, einen Glas Whiskey in der Hand. Arturo lächelte, als Simon eintrat, aber seine Augen waren kalt.
„Sie sind mutig, in mein Haus zu kommen“, sagte er mit ruhiger, beherrschter Stimme. Simon hielt seine Waffe auf ihn gerichtet. „Ich bin hier, um dir zu sagen, dass dein Sohn meine Tochter bedroht hat. Und ich bin hier, um sicherzustellen, dass er nie wieder die Chance dazu bekommt.
“ Arturo stellte sein Glas ab. „Mein Sohn ist kein Mann, der sich einschüchtern lässt. Und Sie sind ein toter Mann, das wissen Sie sicherlich. “ Simon schüttelte den Kopf.
„Ich bin nicht hier, um zu verhandeln. Ich bin hier, um dir eine Wahl zu lassen: entweder wir beenden das hier jetzt, oder ich werde alles zerstören, was du aufgebaut hast. “
Arturo lachte kurz, dann wurde sein Gesicht hart. „Sie haben mein Lagerhaus zerstört, und Sie haben einige meiner besten Männer getötet.
Aber ich habe Dutzende hier, die darauf warten, Sie in Stücke zu reißen. “ Simon trat einen Schritt näher. „Ich weiß. Aber ich habe auch etwas, das du nicht erwartest: deinen Sohn.
“ Sie sahen sich an, und zum ersten Mal blitzte Unsicherheit in Arturos Augen auf. „Was haben Sie mit meinem Sohn gemacht? “ Simon hielt sein Handy hoch, auf dem ein Foto zu sehen war, das er vor ein paar Minuten aufgenommen hatte, als er Mark in einem der Flure gefunden hatte: gefesselt und geknebelt, auf dem Boden liegend. „Er lebt noch.
Aber wenn es sein muss, wird er es nicht lange bleiben. “
Arturo starrte das Foto an, dann hob er langsam die Hände. „Was wollen Sie? “ Simon sprach ruhig, aber seine Stimme war unmissverständlich.
„Ich will, dass du dich von meiner Tochter fernhältst. Für immer. Und ich will, dass du deine Leute anweist, die Suche nach mir einzustellen. Wenn ich erfahre, dass du dich nicht daran gehalten hast, werde ich zurückkommen und das hier zu Ende bringen.
“ Arturo nickte widerstrebend. „Sie werden nicht damit durchkommen. Irgendwann werden meine Leute Sie finden. “ Simon lächelte dünn.
„Das werden sie versuchen. “ Er verließ das Büro und ging zurück in den Keller, wo Mark noch immer gefesselt lag. Simon holte eine kleine Schere aus seiner Tasche, schnitt Marks Fesseln durch und half ihm auf die Beine. Mark war blass und zitterte vor Angst.
„Sie werden mich töten“, flüsterte er. Simon schüttelte den Kopf. „Ich will nicht, dass meine Tochter in einer Welt leben muss, in der dein Vater sie noch immer terrorisiert. Du gehst jetzt zu deinem Vater, und du sagst ihm, dass er seine Lektion gelernt hat.
Wenn nicht, werde ich zurückkommen. “
Simon führte Mark durch den Tunnel aus dem Anwesen, dann ließ er ihn gehen. Er blickte zurück auf das große Haus, das sich im Mondlicht abhob. Er hatte Arturos Stolz getroffen, aber das war nicht genug.
Er wusste, dass die Vargas nicht aufhören würden, ihn zu jagen, nicht einmal nach dieser Demütigung. Simon wartete nicht ab, ob sich etwas änderte. Er rief Hannah an, die bei ihrer Tante in Phoenix war. „Bleib noch ein paar Wochen dort“, sagte er.
„Ich muss noch etwas regeln. “ Er spürte die Angst in ihrer Stimme. „Bist du sicher, dass du in Ordnung bist? “ „Ich bin in Ordnung“, sagte er.
„Aber ich muss noch etwas erledigen. “ Er beendete das Gespräch und verschwand in der Nacht. In den folgenden Tagen hörte Simon Gerüchte über die Racheakte der Vargas. Sie hatten ein paar Gefolgsleute von rivalisierenden Banden getötet, vermutlich um ihre Stärke zu demonstrieren.
Doch Simon wusste, dass sie noch immer nach ihm suchten. Er blieb in einem Versteck außerhalb der Stadt, wechselte regelmäßig seine Position. Er rief Harold an, der ihm Informationen über die Bewegungen der Vargas lieferte. „Sie haben deine Tochter gefunden“, sagte Harold an einem Abend.
„Sie haben einen Mann nach Phoenix geschickt. “ Simon spürte, wie sich seine Brust zusammenzog. „Wo ist sie? “ „Sie ist sicher, aber sie wird bewacht.
Mark hat sie nicht vergessen. “ Simon wusste, was er tun musste. Er kehrte nach Colorado zurück und bezog eine Position in der Nähe des Vargas-Anwesens. Er beobachtete die Bewegungen der Wachen, ihre routinierten Patrouillen, die Zeiten, zu denen die Lichter ausgingen.
Der Ort war isoliert, voller versteckter Ecken und Scharfschützenstellungen, offene Flächen zwischen den Gebäuden schufen Todeszonen, in denen ein einzelner Mann aus mehreren Richtungen beschossen werden konnte. Doch Simon hatte Erfahrung mit solchen Bedingungen. Er wartete auf den richtigen Moment, als die Wachen ihre Runden wechselten, dann bewegte er sich lautlos über das Gelände. Er nutzte die Dunkelheit, um die Position der Scharfschützen auszumachen, und schaltete sie einen nach dem anderen aus, jede Bewegung präzise und geräuschlos.
Dann drang er in das Haupthaus ein, durch einen Seiteneingang, den die Sicherheit nicht bewachte. Drinnen war die Luft still. Simon hörte die gedämpften Schritte einer Wache im Flur, dann ein leises Lachen aus einem der Räume. Er öffnete die Tür zu Arturos Arbeitszimmer, wo der alte Mann am Schreibtisch saß.
Arturo blickte auf, als Simon eintrat, und für einen Moment erkannte er ihn nicht. Dann breitete sich ein Lächeln auf seinem Gesicht aus. „Sie haben den Mut, zurückzukommen“, sagte er. Simon trat näher.
„Ich habe etwas Besonderes für dich. “ Er legte eine kleine Schachtel auf den Tisch. Arturo öffnete sie langsam, dann wurde sein Gesicht bleich. „Was ist das?
“ „Das ist eine Erinnerung, dass ich meine Drohungen wahr mache“, sagte Simon. „Wenn du meine Tochter noch einmal bedrohst, ist es das Nächste, das ich dir schicke. “ In der Schachtel lag ein abgetrennter Finger, und Simon wusste, dass er zu Mark gehörte. Er hatte Mark in einem Flur gefunden, als dieser versuchte zu fliehen, und ihm den Finger abgetrennt, um Arturo zu warnen.
Arturos Gesicht verzerrte sich in ohnmächtiger Wut. „Sie werden sterben, das schwöre ich, Sie werden sterben. “ Simon trat einen Schritt zurück, während Arturo seinen Revolver zog und auf ihn zielte. Simon bewegte sich, bevor Arturo abdrücken konnte, und schlug ihm die Waffe aus der Hand.
Er packte Arturo am Kragen und drückte ihn gegen die Wand. „Sie werden aufhören, mich zu jagen, oder ich werde nicht zögern, Ihnen das nächste Mal zu zeigen, was ich wirklich tun kann. “ Er ließ Arturo los und wandte sich zum Gehen. Als er die Tür erreichte, hörte er Arturos Stimme hinter sich: „Das ist noch nicht vorbei.
“ Simon antwortete nicht. In den folgenden Wochen blieb Simon im Untergrund, aber er wusste, dass die Vargas nicht aufgeben würden. Eines Abends erhielt er eine Nachricht von Hannah. „Papa, ich bin zu Hause.
Ich will dich sehen. “ Er zögerte, aber er wusste, dass er sie nicht für immer meiden konnte. Er fuhr nach Kalifornien und traf sie in einem Kaffeehaus in der Nähe ihrer Universität. Sie sah älter aus, ernster, aber als sie ihn sah, lächelte sie.
„Ich habe Angst um dich“, sagte sie. Simon nahm ihre Hand. „Ich bin in Ordnung. Aber du musst vorsichtig sein.
Die Vargas werden vielleicht noch versuchen, mich zu erreichen. “ Sie schüttelte den Kopf. „Ich will nicht, dass du für mich kämpfst. Ich will, dass du bei mir bist.
“ Simon sah sie an, und zum ersten Mal seit Jahren erlaubte er sich einen Moment der Ruhe. „Ich weiß“, sagte er. „Aber zuerst muss ich sicher sein, dass sie dich nie wieder bedrohen können. ” Er beschloss, dass der einzige Weg darin bestand, die Vergeltung zu beenden.
Simon kontaktierte Harold und bat um Hilfe bei der Planung eines letzten Angriffs auf die Vargas. Er brauchte Informationen über alle anderen Einrichtungen, die Arturo kontrollierte, um sie gleichzeitig zu treffen und die Organisation zu zerschlagen. Harold lieferte ihm die Informationen, und Simon begann, seine eigenen Sprengsätze zu bauen und alle Details zu überprüfen. Die Nacht des Angriffs kam schneller als erwartet.
Simon schlug mehrere Einrichtungen gleichzeitig: Lagerhäuser, Bordelle, sogar das Hauptquartier, das über eine große Sicherheitstruppe verfügte. Die Explosionen waren synchronisiert, und innerhalb von Minuten sah Simon, wie die Struktur der Organisation zusammenzubrechen begann. In der Verwirrung drang er in Arturos Büro ein, wo er den alten Mann erneut fand, diesmal ohne seine Wachen, die geflohen oder ausgeschaltet worden waren. Simon trat ihm gegenüber.
„Du hattest deine Chance, zu gehen“, sagte Simon. Arturo hob seine Waffe, aber Simon war schneller. Eine einzige Kugel endete sein Leben. Danach verließ Simon das Anwesen, während die ersten Sirenen in der Ferne erklangen.
Er wusste, dass die Vargas nocht viele loyalen Soldaten hatten, die Rache suchen würden, aber die Organisation war zerschlagen, und Arturo war tot. Er verschwand in der Nacht, wechselte die Fahrzeuge und verließ den Bundesstaat. Er rief Harold an, um ihm mitzuteilen, dass die Aufgabe erfüllt sei. „Es gibt noch offene Enden“, warnte Harold.
„Aber du solltest dich jetzt gut verstecken. “ Simon warf einen letzten Blick in den Rückspiegel. „Ich weiß. “ Er fuhr weiter nach Westen, bis er die Küste erreichte.
In einer kleinen Hafenstadt mietete er eine Hütte und versprach sich selbst, ein ruhigeres Leben zu führen. Eines Abends, als er am Steg stand und auf das Meer blickte, klingelte sein Telefon. Es war Hannah. „Papa, wo bist du?
“ „Ich bin in Sicherheit“, antwortete er. „Ich will dich sehen“, sagte sie, ihre Stimme weicher als je zuvor. Simon schloss die Augen. „Ich komme bald zu dir, das verspreche ich.
” Als er auflegte, sah er ein Fischerboot, das zum Hafen zurückkehrte, seine Lichter wie Sterne im dunklen Wasser. Er wusste, dass der Kampf ein Ende hatte, und dass er sich ein neues Leben verdient hatte. Aber zuerst musste er bei seiner Tochter sein, die er nie wiedersehen wollte, sie besuchen. In den folgenden Wochen zog Simon zu Hannah nach Kalifornien, wo er sich eine kleine Werkstatt einrichtete und sich als Mechaniker verdingte.
Die Angst, die ihn früher angetrieben hatte, begann zu verblassen. Er verbrachte Abende mit Hannah, kochte für sie und hörte ihr zu, wenn sie über ihr Studium erzählte. Sie schien den Frieden zu finden, den er ihr immer gewünscht hatte. Doch Simon wusste, dass dieser Frieden zerbrechlich war.
Die Vargas-Organisation war zerschlagen, aber es gab noch andere Feinde, und er würde nie ganz vergessen, zu was er fähig war. Eines Nachts, als er im Garten stand und den klaren Himmel betrachtete, dachte er über sein Leben nach. Er hatte so viel Blutvergießen gesehen, so viele Nächte in Angst und Gewalt verbracht, alles um Menschen zu schützen, die er liebte. Und er wusste, dass er es wieder tun würde, wenn es sein musste.
Aber in diesem Moment war er zufrieden, denn er war bei seiner Tochter, und das war alles, was zählte.